Der Chaos-Communication-Congress

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Aussprüche wie “Die Kriege der Zukunft werden im Internet stattfinden” oder Schlagworte wie “Cyber-Terrorismus”, was man in letzter Zeit immer häufiger zu hören bekommt, beweisen, wie wichtig das Internet für unsere Gesellschaft bereits ist und dass es noch erheblich wichtiger werden wird. Auch auf dem Chaos Communication Congress bekommt man das deutlich mit: Hier trifft sich die Hackerszene Deutschlands. Was vor einigen Jahren noch als obskur, gefährlich oder pubertär bezeichnet wurde, erfährt nun eine kleine Werte-Revolution: Aus den IT-Nerds sind plötzlich Retter der Welt geworden, aus dem Hacker-Geek unersetz- und unverzichtbare Künstler, Vorreiter einer neuen Demokratie und imponierende Menschenrechtler. Abgehalten wird der Kongress jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr in einem Kongresszentrum am Alexanderplatz in Berlin-Mitte. Natürlich vom Chaos Computer Club, dem größten deutschen Verein rund um Computer-Technik und Internet.
Rund 100 Vorträge handeln von der wohl schönsten Nebensache der Welt – jedenfalls für den Großteil der Teilnehmer: Das Hacken also. Und unter Beschuss von Hackern stand im letzten Jahr so einiges: Stellwerke der Deutschen Bahn, Drucker, Politiker, Chipkarten oder Protokolle von Internet-Unterhaltungen, Satelitentelefone oder des Internet-Telefon-Dienstes Skype.
Doch dem Chaos Computer Club geht es nicht darum, eines Tages selbst fremde Bankkonten abzuräumen oder einen Zug lahmzulegen. Sie möchten die Technik hinter der Anwendung verstehen, sind Forscher und Wissenschaftler. Doch dass ein Hacker auf zwei verschiedenen Seiten stehen kann – nämlich auf einer kriminellen oder auf einer rechtschaffenden – nimmt nur ein Bruchteil der deutschen Bevölkerung wahr. Kein Wunder also, dass beim Wort Hacker meist immer eine zwielichtige, negative Konnotation mitschwingt. Dagegen haben Hacker hierzulande einiges für die Bevölkerung getan: Der Chaos Computer Club war es etwa, der als erster den Staats-Trojaner auseinandernahm und entegegen aller Beschwörungsversuche der Politiker nachweisen konnte, dass der im Auftrag des deutschen Staats programmierte Virus schlecht programmiert ist, sein Einsatz nicht kontrolliert werden kann und dieser also aus Sicht der Grundrechte eine Gefahr darstellt.
Sicherheitsmagazin