nazileaks.net: Neues Projekt von Anonymous

3. Januar 2012 Viktor Datenschutz

Anonymous  Chris Brignell - Fotolia.com

Anonymous Chris Brignell - Fotolia.com

Derzeit mischt die Hacker-Organisation Anonymous einige rechtsextreme Internet-Seiten auf: Rund um den Jahreswechsel gingen einige Seiten nach erfolgreichen Hacker-Attacken vom Netz. Auch Daten der Mitglieder und Spender der Nazi-Vereine sind erbeutet worden und wurden bereits auf “nazi-leaks.net” veröffentlicht, unter dem ironischen Untertitel “Operation Blitzkrieg” wohlgemerkt.

Ob es sich bei den beteiligten Hackern wirklich um Mitglieder der losen Hacker-Vereinigung “Anonymous” handelt, ist ungeklärt – jedenfalls behaupten sie es nach eigenen Angaben. Unter diesem Namen werden seit 2008 meist virtuelle Proteste gegen politische Unterdrückung und die Vermarktung des Internets geführt. Zu den Opfern der Vereinigung zählten bereits die Sekte Scientology, verschiedene staatliche Behörden, globale Konzerne und Urheberrechtsgesellschaften.

Los ging alles mit ein paar falschen Bewertungen einiger Kommentare auf einem NPD-nahen Portal: Die schlechten Bewertungen von rechten Statements sorgte bei den Betreibern der Seite für Panik. Übereilt versuchten sie, die Kommentar-Funktion auszuschalten – und legten damit selber ihre Seite lahm, wie sie schließlich auch auf Facebook einräumen mussten. Doch auch “Altermedia” aus Mecklenburg-Vorpommern ist seit Hacker-Angriffen kaum noch zu erreichen, auch zahlreiche weitere rechtsgesinnte Seite und rechtsextreme Online-Versandhäuser wie der NPD-Versand “Deutsche Stimme” sollen erfolgreich geknackt und lahmgelegt worden sein. Besonders peinlich ist, dass wenn die Daten der Hacker stimmen, auch zahlreiche CSU-Politiker Artikel für die Nazi-Wochenzeitung “Junge Freiheit” schrieben. Das geht jedenfalls aus den veröffentlichen Spender- und Mitgliederlisten hervor.

Die Seite “nazi-leaks.net” kämpft derweil selbst darum, am Netz zu bleiben. Und es bleibt den Hackern zu wünschen, dass sie unerkannt bleiben. Obwohl ihre Aktion aus einer neutralen Perspektive und unter Berücksichtigung von Datenschutz alles andere als koscher ist. Auf der Nazi-Seite “Altermedia” hieß es derweil, Hinweise auf die Identität der Hacker würden dankend angenommen und mit Prämien “wie z.B. abgeschnittenen Fingern” belohnt. Na dann!

Anoymous, Datenschutz, Hacker, Nazilieaks,


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